

Frau Dr. Zellmann, schiefe Zähne sind schon was
Blödes?
(lacht) Ja, irgendwie schon! Aber Spaß beiseite, es gibt drei gute Gründe,
warum man sich mit schief stehenden Zähnen nicht abfinden sollte.
Angefangen damit, dass sich schief stehende Zähne einfach schlechter sauber
halten lassen, und dass schief stehende Zähne auf Dauer zu Schädigungen des
Gebisses und Kiefergelenkes führen können. Mitunter wird das gesamte
Skelettsystem vor allem im Halswirbelsäulenbereich in Mitleidenschaft
gezogen, und nicht zuletzt lässt sich mit schief stehenden Zähnen, dann,
wenn sie nicht aufeinander treffen, die Nahrung nicht richtig zerkleinern.
Und die Verdauung beginnt ja bekanntlich im Mund.
Zweitens sieht ein schönes Gebiss einfach besser aus. Nicht nur zum
Filmstarlächeln gehört einfach ein perfektes Gebiss. Und drittens, weil so
vieles möglich ist.
Wie meinen Sie das?
Viele Patienten verzweifelten beim morgendlichen Blick auf ihre schiefen Zähne, bevor sie zu uns in die Praxis kamen. Sie
konnten sich einfach nicht vorstellen, dass ein Kieferorthopäde hier noch
etwas machen kann. O doch, man kann. In den meisten Fällen sogar – nur etwas
Geduld müssen die Patienten mitbringen, denn kieferorthopädische
Behandlungen funktionieren nicht von heute auf morgen.
Kieferorthopädie, was ist das eigentlich?
Traditionell bedeutete das ein Stimulieren des Kieferwachstums. Heute
sprechen wir deshalb eher von Orthodontie, das heißt von der Bewegung der Zähne auf dem Kiefer. Mit anderen Worten "schieben" wir
Kieferorthopäden die schiefen Zähne an die richtige Stelle. Das klingt jetzt
viel einfacher als es ist, denn die Zähne stehen im Normalfall ja ziemlich
stabil an der Stelle, wo sie aus dem Kiefer herausgewachsen sind.
Der Kieferorthopäde kommt also nicht nur zum Einsatz,
wenn einer „Superstar“ werden will?
Nein, natürlich nicht. Wie schon gesagt, ist die medizinische Indikation,
also die kieferorthopädische Behandlung aus medizinischen Gründen ganz
besonders wichtig. So können wir bei Jugendlichen Zahnfehlstellungen
beseitigen. Bei Erwachsenen können Kieferorthopäden die Folgen von
Zahnwanderungen durch Parodontitis korrigieren. Und wir helfen indem wir
gekippte Zähne aufrichten oder Lücken öffnen. Manchmal lässt sich erst dann
eine Brücke oder ein Implantat korrekt herstellen.
Und wenn jemand aber nun doch ein „Superstar“ mit einem
bezaubernden Lächeln werden möchte, dann ist er bei Ihnen doch auch richtig,
oder?
Ja, bei vielen Stars sieht man, dass sie eine kieferorthopädische Behandlung
erfahren haben, so Franziska van Almsick oder Tom Cruise. Im ästhetischen
Bereich können wir Kieferorthopäden eine Menge unternehmen, um ein breites
Lachen herbeizuzaubern. Damit erreichen wir häufig auch ein größeres
Selbstbewusstsein und mehr Selbstsicherheit bei den Patienten und vor allem
eine positive Einstellung dem eigenen Gebiss gegenüber, denn, was einem
wichtig ist, darum kümmert man sich. Was schön ist, das pflegt man.
Wie sehen die Maßnahmen im Einzelnen aus? Was braucht man
Wie gesagt, man braucht vor allen Dingen Geduld. Wir arbeiten überwiegend mit
festsitzenden Apparaturen, die an der Außenseite oder aber der Innenseite
der Zähne befestigt werden. Das können auch zahnfarbene Brackets mit
hochelastischen Drähten sein. Wenn die feste Zahnspange an der Innenseite
der Zähne befestigt wird, findet die Regulierung ganz unsichtbar statt. Auch
herausnehmbare Spangen sogenannte Aligner sind nahezu unsichtbar und können
zum Einsatz kommen. Das hängt immer vom Schweregrad der Zahnfehlstellung ab.
Die Behandlung durch Kieferorthopäden ist meist sehr individuell. Deshalb
ist es immer sinnvoll, wenn Patienten mit ihrer Zahnfehlstellung zu uns in
die Praxis kommen. Nach der Diagnose können wir dann auch eine direkt auf
den Patienten zugeschnittene Behandlung empfehlen.
